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Der Handelstag
Markt in Urlaubsstimmung
  • Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte! 
von Andreas Forster
31.07.2026

Terminmarkt

Der deutsche Stromterminmarkt beendet die Woche unspektakulär Das Lieferjahr 27 Cal 27 notiert aktuell bei leicht über der 104 EUR/MWh Marke. Im Tagesverlauf bewegte sich der Kontrakt zwischen 103,50 und 105,68 EUR pro MWh. Das insgesamt hohe Preisniveau bleibt durch die festen Vorgaben aus dem Gasmarkt und dem CO₂ Markt unterstützt.

Mit Beginn der Haupturlaubszeit dürfte die Handelsaktivität in den kommenden drei bis vier Wochen traditionell abnehmen. Die geringere Liquidität kann jedoch dazu führen, dass neue fundamentale oder politische Meldungen stärkere Preisbewegungen auslösen. Die aktuelle Marktlage ist dafür besonders anfällig. Gas bleibt fest, CO₂ folgt der Entwicklung und der Strommarkt orientiert sich wiederum an beiden Märkten.

Zunehmend rückt auch das Wetter in den Mittelpunkt. Trockenheit, geringe Wasserführung und schwache Windproduktion begrenzen das Angebot aus erneuerbaren und konventionellen Erzeugungsquellen. Damit steigt das Risiko kurzfristiger Preisspitzen, insbesondere bei gleichzeitig hoher Nachfrage oder ungeplanten Kraftwerksausfällen.

Erdgas und LNG

Das Erdgaslieferjahr 2027 handelte am Nachmittag bei 42 EUR/MWh. Die Handelsspanne liegt bislang zwischen 41,70 und 42,52 EUR pro MWh. Damit bleibt der Gasmarkt zum Wochenabschluss gut unterstützt.

Ein wesentlicher Faktor sind steigende LNG Preise in Asien. Länder, die ihren Bedarf normalerweise über vergleichsweise günstige kurzfristige LNG Lieferungen decken, müssen aktuell deutlich höhere Preise bezahlen. Dies betrifft unter anderem Pakistan. Die stärkere asiatische Zahlungsbereitschaft erhöht den Wettbewerb um flexible LNG Ladungen und begrenzt das Angebot für Europa.

Der Gasmarkt erhält dadurch sowohl fundamentale als auch marktpsychologische Unterstützung. 

CO₂

Der EUA Dez 26 Kontrakt verzeichnet einen überschaubar positiven Wochenabschluss. Der Preis liegt aktuell bei ca. 81,60 EUR/t. Im Tagesverlauf wurde eine Spanne zwischen 81,76 und 82,61 EUR pro Tonne gehandelt.

Der Markt steigt damit wieder auf das Niveau des Vortages, ohne einen neuen klaren Impuls zu setzen. 

Spotmarkt und Allgemeines

Der Spotmarkt für den morgigen Samstag, den 1. August 2026, zeigt trotz Ferienzeit ein ungewöhnlich hohes Preisniveau. Hauptgründe sind die geringe Windstromproduktion, die weiterhin hohe Nachfrage und die angespannte Erzeugungssituation in Teilen Europas. Die Photovoltaik dämpft die Preise rund um die Mittagsstunden, kann das hohe Gesamtniveau jedoch nur vorübergehend reduzieren.

In Deutschland erreicht der Tagesmittelpreis 119,74 EUR pro MWh. Der niedrigste Viertelstundenpreis liegt bei 0,00 EUR pro MWh, der höchste bei 190,20 EUR pro MWh. Daraus ergibt sich eine Preisspanne von 190,20 EUR pro MWh. 

In Österreich liegt der Tagesmittelpreis mit 133,44 EUR pro MWh nochmals deutlich über dem deutschen Niveau. Der niedrigste Viertelstundenpreis beträgt 16,16 EUR pro MWh, während in der Spitze 209,95 EUR pro MWh erreicht werden. 

Die Ferienzeit wirkt zwar nachfragedämpfend, kann die knappe Angebotssituation jedoch nicht vollständig ausgleichen. Das morgige Preisprofil zeigt daher eine ausgeprägte Photovoltaikdelle am Mittag und hohe Preise in den Stunden mit geringer erneuerbarer Erzeugung.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 119,74 EUR pro MWh

Österreich: 133,44 EUR pro MWh