Diese Seite verwendet Cookies um die Nutzererfahrung zu ermöglichen und zu verbessern. Details dazu und zum Datenschutz finden Sie hier

Der Handelstag
Alles wieder auf Aufwärts!
  • Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte! 
von Andreas Forster
29.07.2026

Terminmarkt

Der Stromterminmarkt zeigte sich heute deutlich fester. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 stieg zunächst kräftig an und erreichte im Tagesverlauf 107,00 EUR/MWh. Gegenüber dem vorherigen Schlusskurs entspricht dies einem Plus von 2,46 EUR/MWh beziehungsweise 2,35 Prozent. Nach der starken Bewegung zum Handelsbeginn flachte die Dynamik jedoch ab und der Kontrakt ging in eine seitwärts gerichtete Bewegung über.

Die Urlaubszeit sorgt weiterhin für einen vergleichsweise dünnen Handel. Dadurch fehlt dem Markt teilweise die notwendige Liquidität für nachhaltige Trendbewegungen, gleichzeitig steigt jedoch die Anfälligkeit für kurzfristige Preisspitzen. Die erneuten Angriffe zwischen Iran und den USA wurden bislang zurückhaltend eingepreist. Eine weitere Eskalation könnte jedoch rasch zusätzliche Risikoprämien im gesamten Energiekomplex auslösen.

Unterstützung kam heute vor allem von Erdgas und CO₂, die ihren schwachen Wochenstart weitgehend ausgleichen konnten. Zusätzlich werden die Wetterprognosen zunehmend preisrelevant. Ab dem 10. August zeichnet sich erneut eine Phase mit extrem hohen Temperaturen ab. Ein steigender Kühlbedarf sowie mögliche Einschränkungen bei thermischen Kraftwerken könnten die Stromnachfrage erhöhen und den Terminmarkt weiter stützen.

Erdgas und LNG

Der Erdgasmarkt zeigte sich heute deutlich fester, bleibt jedoch von einer abwartenden Grundhaltung geprägt. Das Lieferjahr 2027 stieg auf 43,19 EUR/MWh und legte damit gegenüber dem vorherigen Schlusskurs um 1,54 EUR/MWh beziehungsweise 3,69 Prozent zu. Der Frontmonat August 2026 notierte zuletzt bei 61,45 EUR/MWh und verzeichnete ebenfalls einen kräftigen Anstieg.

Im Mittelpunkt steht weiterhin die Frage, wie sich die Lage im Nahen Osten entwickelt. Eine weitere militärische Eskalation könnte sowohl Erdgas als auch Rohöl deutlich verteuern. Dies hätte auch Auswirkungen auf den weltweiten LNG Markt, da ein Teil der langfristigen asiatischen Gasverträge an den Ölpreis gekoppelt ist. Steigende Ölpreise erhöhen damit indirekt das asiatische Gaspreisniveau.

Europa müsste bei einer stärkeren asiatischen Nachfrage höhere Preise bieten, um ausreichend freie LNG Mengen anzuziehen. Die zunehmende Hitze verschärft diese Ausgangslage zusätzlich, da der Kühlbedarf und damit der Gasverbrauch in der Stromerzeugung steigen könnten. Der Markt bleibt daher fundamental und geopolitisch gut unterstützt, zugleich aber anfällig für starke Schwankungen.

CO₂

Der EUA Dez 26 Kontrakt zeigte heute eine Gegenbewegung zum schwachen Wochenbeginn. Der Preis stieg auf 82,34 EUR/t und lag damit 0,60 EUR/t beziehungsweise 0,73 Prozent über dem vorherigen Schlusskurs. Im Tagesverlauf bewegte sich der Kontrakt zwischen 81,53 EUR/t und 82,70 EUR/t.

Der CO₂ Markt profitierte vor allem von der festen Entwicklung am Gasmarkt und im Stromterminmarkt. Steigende Gaspreise können die Wettbewerbsfähigkeit kohlenstoffintensiverer Kraftwerke verbessern und damit den erwarteten Bedarf an Emissionsrechten erhöhen. Gleichzeitig sorgt die Aussicht auf eine neue Hitzephase für zusätzliche Unterstützung, da ein höherer Stromverbrauch den Einsatz thermischer Kraftwerke verstärken könnte. Kurzfristig bleibt der Markt damit gut unterstützt, folgt jedoch weiterhin überwiegend den Impulsen aus Erdgas und Strom.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt bleibt das Preisniveau für den morgigen Liefertag hoch. In Westeuropa nimmt die Windeinspeisung zunächst noch etwas zu und sorgt am Donnerstag für eine gewisse Entlastung. In den darauffolgenden Tagen wird jedoch wieder deutlich weniger Wind erwartet. Gleichzeitig erhöht die zunehmende Hitze den Strombedarf, insbesondere durch Klimatisierung und Kühlung.

In Deutschland liegt der Day Ahead Durchschnitt für morgen bei 121,33 EUR/MWh. Der niedrigste Preis beträgt 1,38 EUR/MWh, während in der Abendspitze bis zu 221,71 EUR/MWh erreicht werden. Die Differenz zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Viertelstundenpreis liegt damit bei 220,33 EUR/MWh.

In Österreich fällt das Preisniveau nochmals höher aus. Der Day Ahead Durchschnitt liegt bei 134,13 EUR/MWh. Die Preise bewegen sich zwischen 11,41 EUR/MWh und 239,91 EUR/MWh, woraus sich eine Spanne von 228,50 EUR/MWh ergibt. Negative Preise treten morgen weder in Deutschland noch in Österreich auf.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 121,33 EUR/MWh
Österreich: 134,13 EUR/MWh