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Der Handelstag
Cal 27 über 100-Euro-Marke

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte! 

von Andreas Forster
14.07.2026

Terminmarkt

Der Terminmarkt zeigte sich heute erneut deutlich fester. Haupttreiber waren die anhaltenden geopolitischen Spannungen sowie die Hitzewelle in Europa, die den Gasmarkt weiter nach oben trieben. Der Anstieg der Ölpreise verstärkte den Aufwärtsdruck zusätzlich und sorgte für eine insgesamt feste Stimmung an den Energiemärkten. Der deutsche Jahreskontrakt Cal 2027 überschritt mit 102,40 EUR/MWh erstmals seit Mai 2023 wieder die Marke von 100 EUR/MWh. Bereits gestern hatte auch der österreichische Jahreskontrakt dieses Niveau erreicht. Solange Gas das Preisgeschehen dominiert, bleibt der Stromterminmarkt gut unterstützt.

Erdgas und LNG

Der Gasmarkt erreichte heute den höchsten Stand seit Mitte April. Auslöser bleiben die wechselseitigen Angriffe zwischen den USA und dem Iran, die die Sorge vor möglichen Störungen der LNG Versorgung aufrechterhalten. Das Lieferjahr 2027 stieg auf 41,16 EUR/MWh, während der Frontmonat bei 53,85 EUR/MWh notierte. Der Gaspreis testet das obere Preislimit. Das weitere Aufwärtspotenzial ist begrenzt, es sei denn es kommt zu weiteren Zerstörungen der LNG Infrastruktur im Nahen Osten. Damit bleibt die geopolitische Entwicklung der entscheidende Einflussfaktor für die weitere Preisentwicklung.

CO₂

Der CO₂ Markt konnte sich im Fahrwasser des festen Gasmarktes ebenfalls über der Marke von 80 EUR/t behaupten. Der EUA Dezember 2026 Kontrakt notierte zuletzt bei 81,05 EUR/t. Der Fokus richtet sich nun auf die für Freitag erwartete Entscheidung zur ETS Revision auf EU Ebene. Die geplanten Anpassungen dürften den Markt kurzfristig leicht belasten, ohne jedoch die fundamentale Unterstützung grundsätzlich zu verändern. Im Falle einer Bestätigung der Reform erscheint ein Rückgang in den Bereich von 75 EUR/t möglich.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt bestimmen weiterhin hohe Temperaturen und eine eingeschränkte Erzeugung aus konventionellen Kraftwerken das Marktgeschehen für den morgigen Liefertag. Die Solarproduktion erreicht zur Mittagszeit rund 45.000 MW und liegt damit etwas unter dem Vortag. Die Windeinspeisung bleibt mit maximal etwa 11.500 MW weiterhin vergleichsweise niedrig. Gleichzeitig hält die Hitzewelle voraussichtlich bis zum Wochenende an, bevor ab Samstag wieder mit einer höheren Windeinspeisung gerechnet wird. Die reduzierte Verfügbarkeit der Kernkraftwerke stützt die Preise zusätzlich. Negative Stundenpreise werden für morgen nicht erwartet. Die Preisspanne im deutschen Day Ahead Markt reicht von 58,98 EUR/MWh bis 221,06 EUR/MWh und beträgt damit 162,08 EUR/MWh, was die weiterhin hohe wetterbedingte Volatilität widerspiegelt.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

• Deutschland: 136,42 EUR/MWh

• Österreich: 146,83 EUR/MWh