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Der Handelstag
Der Handelstag - Geopolitik treibt Energiemärkte

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte! 

von Andreas Forster
08.07.2026

Terminmarkt

Der Terminmarkt zeigte sich heute deutlich fester. Auslöser war vor allem die erneute Eskalation im Nahen Osten nach den jüngsten US-Angriffen auf den Iran. Die geopolitischen Risiken sorgten für einen spürbaren Risikoaufschlag an den Energiemärkten. Gleichzeitig stützt die anhaltende Hitzewelle in Europa die Erwartungen an eine höhere Stromnachfrage und eine eingeschränkte Kraftwerksverfügbarkeit. Marktteilnehmer sehen deshalb weiteres Aufwärtspotenzial, auch wenn nach dem kräftigen Anstieg kurzfristig Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen sind. Der deutsche Cal 2027 Kontrakt notierte zuletzt bei 95,99 EUR/MWh.

Erdgas und LNG

Der Gasmarkt setzte seine Aufwärtsbewegung fort. Hintergrund sind schwindende Hoffnungen auf eine rasche Entspannung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Die Unsicherheit über die Situation in der Straße von Hormus hält die Risikoprämie hoch. Zusätzlich haben spekulative Investoren ihre Long Positionen seit dem vergangenen Freitag weiter ausgebaut. Unterstützend wirken außerdem die niedrigen europäischen Speicherstände, die das Risiko einer unzureichenden Befüllung vor dem Winter steigern. Das Lieferjahr 2027 stieg auf 36,95 EUR/MWh, während der Frontmonat bei 48,54 EUR/MWh notierte.

CO₂

Der CO₂ Markt zeigte sich heute etwas schwächer. Der EUA Dezember 2026 Kontrakt fiel auf rund 79,10 EUR/t. Belastend wirkte vor allem der aktuelle ICE-Report, der einen Rückgang der Netto Long Positionen von Investmentfonds zeigt. Die vorsichtigere Positionierung deutet auf einen vorübergehenden Abbau spekulativer Engagements hin und wirkt kurzfristig preisdämpfend. Fundamental bleibt der Markt jedoch durch die hohe Stromnachfrage infolge der Hitzewelle grundsätzlich unterstützt.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt bleiben die Preise für den morgigen Liefertag auf hohem Niveau. In Frankreich wird die verfügbare Kernkraftleistung aufgrund der extremen Hitze am Mittwoch zeitweise auf lediglich rund 3 GW beziehungsweise 4,6 Prozent der installierten Leistung sinken. Die Solarproduktion nimmt im weiteren Wochenverlauf zu, während die Windeinspeisung zurückgeht. Negative Stundenpreise werden für morgen nicht erwartet. Die Preisspanne im deutschen Day Ahead Markt reicht von 25,07 EUR/MWh bis 234,91 EUR/MWh und beträgt damit 209,84 EUR/MWh, was die außergewöhnlich hohe Volatilität unterstreicht.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

• Deutschland: 124,21 EUR/MWh
• Österreich: 123,04 EUR/MWh