Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!
Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute leicht positiv, konnte die Aufwärtsbewegung jedoch nicht vollständig halten. Der deutsche Leitkontrakt Phelix DE Cal 27 stieg im Tagesverlauf bis auf 93,41 EUR/MWh und testete damit erneut den Bereich oberhalb von 93 EUR/MWh. Eine nachhaltige Etablierung gelang jedoch nicht. Zuletzt notierte der Kontrakt bei 92,76 EUR/MWh und damit 0,35 EUR/MWh über dem Vortagesschluss.
Getragen wurde die Bewegung vor allem vom weiterhin gut unterstützten Gasmarkt. CO₂ lieferte heute dagegen keine zusätzlichen festen Impulse, sondern zeigte sich leicht schwächer. Marktpsychologisch bleibt das Damoklesschwert des Iran USA Konflikts über dem Energiemarkt bestehen. Zusätzlich wirken die aktuellen Wetterprognosen für Westeuropa unterstützend, da die nächste Hitzephase die Stromnachfrage erhöhen und die thermische Verfügbarkeit belasten könnte.
Erdgas und LNG
Am Erdgasmarkt bleibt die Risikoprämie klar sichtbar. Das Lieferjahr 2027 notierte zuletzt bei 34,71 EUR/MWh und lag damit 0,12 EUR/MWh über dem Vortagesschluss. Der Kontrakt testete im Tagesverlauf mit 34,97 EUR/MWh erneut die Oberseite, ging anschließend jedoch in eine seitwärts gerichtete Bewegung über. Der Frontmonat notierte wieder höher bei 43,73 EUR/MWh.
Fundamental bleibt die Gemengelage angespannt. Die Unsicherheit am Weltmarkt stützt weiterhin die Preise, insbesondere mit Blick auf geopolitische Risiken und mögliche Auswirkungen auf Transportwege sowie LNG Ströme. Hinzu kommt die Hitzewelle in Asien, die den dortigen LNG Bedarf hoch hält. In Europa rückt vor allem Frankreich in den Fokus, wo eine neue Hitzephase bevorsteht. Damit steigt das Risiko reduzierter Leistung aus der französischen AKW Flotte, was zusätzliche Unterstützung für Gas und Strom liefert.
CO₂
Der CO₂ Markt zeigte heute einen leichten Rücksetzer. Der EUA Dez 26 Kontrakt notierte zuletzt bei 79,54 EUR/t und damit 0,02 EUR/t unter dem Vortagesschluss. Im Tagesverlauf bewegte sich der Markt zwischen 79,04 EUR/t und 80,04 EUR/t.
Trotz der heutigen Schwäche bleibt CO₂ grundsätzlich gut unterstützt. Das Marktumfeld aus geopolitischer Unsicherheit, festerem Gas und möglichen wetterbedingten Belastungen in der Stromerzeugung spricht weiterhin gegen einen deutlicheren Preisrückgang. Kurzfristig dominiert jedoch eine abwartende Haltung mit Blick auf die kommende Woche und neue Impulse aus Wetter, Gas und Energienachfrage.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt entspannt sich das Preisniveau für den morgigen Liefertag spürbar nach der jüngsten Hochpreisphase. In Deutschland drücken höhere Wind und PV Einspeisung die Preise über weite Strecken deutlich nach unten. Der Basepreis liegt bei 59,54 EUR/MWh, der Peak bei lediglich 16,03 EUR/MWh. Besonders auffällig sind negative Preisintervalle mit einem Tief von minus 5,95 EUR/MWh. Der Abstand zwischen niedrigster und höchster Viertelstunde beträgt in Deutschland 148,14 EUR/MWh.
In Österreich bleibt das Preisniveau höher. Der Basepreis liegt bei 75,99 EUR/MWh, der Peak bei 34,57 EUR/MWh. Negative Preise treten morgen nicht auf, der Tiefstwert liegt bei 0,01 EUR/MWh. Hintergrund ist unter anderem die weiterhin fehlende Entlastung durch Wasserkraft, wodurch Österreich trotz insgesamt normalisierter Marktlage fester handelt als Deutschland. Der Abstand zwischen niedrigster und höchster Viertelstunde beträgt in Österreich 158,82 EUR/MWh.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
Deutschland: 59,54 EUR/MWh
Österreich: 75,99 EUR/MWh