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Terminmarkt
Der Terminmarkt zeigte sich heute abwartend und bewegte sich weiter auf erhöhtem Niveau. Der deutsche Stromkontrakt notierte zuletzt bei 92,81 EUR/MWh und lag damit leicht unter dem vorherigen Schlusskurs von 93,24 EUR/MWh. Im Tagesverlauf reichte die Spanne von 92,55 EUR/MWh bis 93,24 EUR/MWh. Marktseitig dominieren weiterhin die Verhandlungen zwischen Iran und den USA sowie die Frage, ob sich daraus eine Entspannung für die Energieversorgung ergibt. Solange der betroffene Betrieb noch nicht wieder sichtbar stabilisiert ist, bleibt eine geopolitische Risikoprämie im Markt. Gleichzeitig stützt das sehr hohe Spotniveau infolge der Hitzelage die Terminpreise. Insgesamt handelt Strom damit seitwärts auf hohem Niveau, ohne klare Entlastungssignale.
Erdgas und LNG
Am Erdgasmarkt blieb die Lage angespannt. Das Lieferjahr 2027 notierte zuletzt bei 35,03 EUR/MWh und damit leicht fester gegenüber dem vorherigen Stand. Der Frontmonat lag mit 42,29 EUR/MWh weiterhin deutlich höher und zeigt, dass kurzfristige Versorgungsrisiken stärker eingepreist werden. Im Fokus stand heute die Meldung über eine schwere Explosion im Umfeld des großen LNG Komplexes Ras Laffan in Katar. Das Schadensausmaß ist noch nicht belastbar einzuordnen, die Nachricht erhöht jedoch die Nervosität im LNG Markt deutlich. Zusätzlich bleibt die europäische Speicherlage kritisch: Mit rund 46 Prozent Füllstand liegt Europa etwa 22 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. Damit müsste die Region im weiteren Sommer und frühen Winter deutlich mehr LNG anziehen, um den Rückstand aufzuholen. Fundamental bleibt Gas daher gut unterstützt, auch wenn der Markt auf konkrete Details zu Katar wartet.
CO₂
Der CO₂ Markt zeigte sich heute wieder stabil oberhalb der Marke von 80 EUR/t. Der EUA Dez 26 Kontrakt notierte zuletzt bei 80,60 EUR/t und bewegte sich damit nahezu unverändert gegenüber dem vorherigen Schlusskurs. Die Hitzewelle stützt den Markt, da niedrige Windeinspeisung und hoher Kühlbedarf den Einsatz thermischer Kraftwerke erhöhen. Vor allem Gaskraftwerke müssen fehlende erneuerbare Erzeugung teilweise kompensieren, wodurch die Nachfrage nach Emissionsrechten gestützt bleibt. Kurzfristig bleibt CO₂ damit gut behauptet, auch wenn der heutige Handel selbst nur wenig Dynamik zeigte.
Spotmarkt und Allgemeines
Am Spotmarkt zeigt sich für morgen ein außergewöhnlich festes Preisbild. Wenig Wind, extreme Temperaturen und eine deutlich erhöhte Residuallast treiben die Preise in Deutschland und Österreich nach oben. In Westeuropa liegen die Temperaturen teils 7 bis 9 Grad über der Norm. Zusätzlich belastet die Lage in Frankreich, wo hohe Temperaturen die Verfügbarkeit einzelner Atomkraftwerke einschränken können und die Baseloadpreise für die Woche sehr hoch ausfallen. Erst ab Donnerstag wird wieder etwas mehr Wind erwartet, die Entlastung bleibt jedoch voraussichtlich überschaubar.
Für Deutschland liegt der Day Ahead Base Preis für den Liefertag 23.06.2026 bei 174,91 EUR/MWh. Die niedrigste Viertelstunde liegt bei 57,33 EUR/MWh, die höchste bei 615,02 EUR/MWh. Daraus ergibt sich eine Spanne von 557,69 EUR/MWh. Negative Preise treten nicht auf. Die sehr große Spanne zeigt jedoch, dass einzelne Knappheitsstunden extrem stark eingepreist werden.
Auch Österreich bleibt sehr fest. Der Day Ahead Base Preis für morgen liegt bei 169,46 EUR/MWh. Die niedrigste Viertelstunde beträgt 60,48 EUR/MWh, die höchste 542,16 EUR/MWh. Der Spread zwischen niedrigster und höchster Viertelstunde liegt damit bei 481,68 EUR/MWh. Auch hier gibt es keine negativen Preise. Das Preisbild bleibt klar von Hitze, geringer Windeinspeisung und Wassermangel geprägt.
Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:
Deutschland: 174,91 EUR/MWh
Österreich: 169,46 EUR/MWh