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Der Handelstag
Der Handelstag - Seitwärts unter Hitzeeinfluss

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
17.06.2026

Terminmarkt

Der Terminmarkt zeigte sich heute weitgehend stabil auf dem Niveau des Vortages. Der deutsche Stromterminmarkt handelte in einer sehr engen Spanne und wartete auf neue Impulse. Der aktuelle Preis liegt bei rund 92,10 EUR/MWh, nachdem der Markt bei 92,40 EUR/MWh eröffnet hatte und im Tagesverlauf zwischen 91,90 EUR/MWh und 92,66 EUR/MWh schwankte. Insgesamt bleibt die Marktlage dünn, mit wenig Handelsaktivität und begrenzter Richtungskraft. Zunehmend rücken jedoch Wetterthemen in den Fokus. Die erwartete Hitzewelle in Frankreich stützt vor allem die kurze Frist, da steigende Kühllast und geringere Verfügbarkeiten die Risikoprämien erhöhen können.

Erdgas und LNG

Am Erdgasmarkt verlief der Handel heute ebenfalls ruhig, aber innerhalb einer engen Spanne leicht volatil. Das Lieferjahr 2027 notiert aktuell bei 34,48 EUR/MWh und damit nahezu unverändert zum Vortag. Die Handelsspanne blieb mit einem Hoch bei 34,58 EUR/MWh und einem Tief bei 34,25 EUR/MWh sehr begrenzt. Auch der Frontmonat Juli 2026 zeigte mit 41,215 EUR/MWh weiterhin ein erhöhtes Preisniveau. Fundamental bleibt der Markt von Unsicherheit geprägt. Auf EU Ebene stehen Diskussionen rund um Speicherfüllstände und mögliche regulatorische Vorgaben im Fokus. Gleichzeitig kann die erwartete Hitzewelle den Gasverbrauch in der Stromerzeugung erhöhen, insbesondere wenn die Windeinspeisung schwach bleibt. Der kurzfristige Trend bleibt daher seitwärts bis leicht abwärts, jedoch innerhalb eines engen Preiskorridors und mit erhöhter Schlagzeilenanfälligkeit.

CO₂

Der CO₂ Markt war zunächst der stärkste Markt des Tages. Die EUA Preise stiegen am Vormittag deutlich an und handelten zeitweise oberhalb von 80 EUR/t. Im Tagesverlauf erreichte der Markt ein Hoch von 80,88 EUR/t, gab am Nachmittag jedoch spürbar nach. Aktuell liegt der Preis bei etwa 79,60-79,80 EUR/t und damit leicht unter dem Vortag. Auslöser für den Rücksetzer waren neue Meldungen zu politischen Diskussionen auf EU Ebene über mögliche Markteingriffe. Damit zeigt sich erneut, dass CO₂ derzeit nicht nur von Brennstoffeinsatz und Wetter, sondern stark von regulatorischen Erwartungen geprägt ist. Die kurzfristige Tendenz bleibt volatil, da feste fundamentale Impulse durch politische Unsicherheit überlagert werden.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt bleiben die Preise für den morgigen Liefertag klar erhöht. In Deutschland liegt der Grundlastpreis für morgen bei 139,92 EUR/MWh, in Österreich bei 131,78 EUR/MWh. Haupttreiber sind schwache Windeinspeisung, hitzebedingt steigende Nachfrage und eine entsprechend höhere Residuallast. Trotz vorhandener erneuerbarer Einspeisung reicht das Angebot nicht aus, um die Preise deutlich zu entlasten. Negative Stundenpreise treten für morgen nicht auf. Der niedrigste Preis liegt in beiden Märkten bei 11,01 EUR/MWh. Auffällig ist jedoch die sehr hohe Spreizung zwischen niedrigster und höchster Viertelstunde. 

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 139,92 EUR/MWh
Österreich: 131,78 EUR/MWh