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Der Handelstag
Der Handelstag - Gas und CO2 im Plus

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
10.06.2026

Terminmarkt

Der Terminmarkt Strom zeigte sich heute fester. Der deutsche Leitkontrakt Cal 27 Phelix DE startete zunächst verhalten bei 94,45 EUR/MWh, konnte sich im weiteren Handelsverlauf jedoch nach oben lösen und handelte wieder oberhalb von 95 EUR/MWh. Damit wurde die Bewegung vor allem durch den festeren Gasmarkt getragen. Im Fokus bleibt die zunehmend undurchsichtige Lage am Golf. Die Eskalationsspirale dreht sich schneller, wodurch geopolitische Risikoprämien im gesamten Energiekomplex wieder stärker eingepreist werden. Strom folgt dabei vor allem den Vorgaben aus Erdgas. Insgesamt bleibt der Terminmarkt klar unterstützt, solange keine Entspannungssignale aus der Region sichtbar werden.

Erdgas und LNG

Der Gasmarkt reagierte heute unmittelbar auf die neuerliche Eskalation rund um Iran und die Golfregion. Während Öl auf jede Nachricht sehr direkt reagiert, folgt Erdgas mit kurzer Verzögerung, nimmt die geopolitischen Risiken aber zunehmend auf. Das Lieferjahr 2027 legte auf 37,80 EUR/MWh zu und notierte damit 0,50 EUR/MWh beziehungsweise 1,34 Prozent über dem Vortagesschluss. Die Handelsspanne blieb vergleichsweise eng, zeigt aber eine klare Aufwärtstendenz.

Noch deutlicher ist die Nervosität im kurzfristigen Bereich sichtbar. Der Frontmonat Juli kratzt bereits an der Marke von 50 EUR/MWh und handelt im Bereich von rund 49,60 bis 49,70 EUR/MWh. Sollte der Konflikt nicht zeitnah entschärft werden, dürfte der Wettbewerb zwischen Europa und Asien um flexible LNG Mengen wieder intensiver werden. Zusätzlich wirken die europäischen Speicherstände stützend, da sie weiterhin am unteren Ende des Zehnjahresvergleichs liegen. Damit bleibt Gas fundamental und marktpsychologisch klar unterstützt.

CO₂

Der CO₂ Markt zeigte heute ein wechselhaftes Bild. Nach einem unruhigen Vormittag mit mehrfachen Richtungswechseln konnte sich der EUA Preis im Tagesverlauf wieder befestigen und notierte zuletzt über 77 EUR/t. Gegenüber dem Vortagesschluss von 76,08 EUR/t ergibt sich ein deutliches Plus.

Die Bewegung bleibt damit weniger dynamisch als bei Gas und Strom. Investoren reduzierten zwar teilweise Positionen in steigende Preise hinein, das Ausmaß blieb jedoch überschaubar. Insgesamt zeigt sich CO₂ gut behauptet. Eine vertiefende Einordnung folgt in unserer Spezialanalyse morgen früh.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt für morgen zeigt sich ein gemischtes Bild. In Deutschland steigt die Photovoltaik Einspeisung wieder an und kann die deutlich niedrigere Windstromproduktion teilweise kompensieren. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage stabil. Der deutsche Day Ahead Preis für den 11. Juni 2026 liegt bei 112,06 EUR/MWh in der Base. 

In Österreich wirkt die Kombination aus hoher Photovoltaik Einspeisung und steigender Wasserkrafterzeugung infolge der massiven Niederschläge deutlich preisdämpfend. Dadurch rutscht der niedrigste Viertelstundenwert auf minus 5,00 EUR/MWh. Negative Preise treten damit nicht aus einem Nachfrageeinbruch heraus auf, sondern vor allem durch ein temporäres Überangebot aus erneuerbarer Erzeugung. Die österreichische Base liegt für morgen bei 87,55 EUR/MWh. Vor allem die starken Niederschläge sorgen für ein kräftiges Plus in der Wasserkrafterzeugung.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 112,06 EUR/MWh

Österreich: 87,55 EUR/MWh