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Der Handelstag
Der Handelstag - Markt in Wartestellung

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
19.05.2026

Terminmarkt

Der Stromterminmarkt zeigt sich heute weiterhin richtungslos, bleibt aber auf einem erhöhten Niveau. Der Leitkontrakt testet die Marke von 93 EUR pro MWh, kann diese jedoch nicht nachhaltig überwinden. Mit einem aktuellen Preis von 92,88 EUR pro MWh handelt der Markt knapp darunter seitwärts. Die Marktteilnehmer bleiben abwartend, da klare Impulse fehlen und geopolitische Meldungen weiterhin schwer einzuordnen sind.

Besonders die widersprüchlichen Nachrichten rund um den US Präsidenten, einen möglichen Angriff auf Iran und dementierte Bitten arabischer Staaten erhöhen die Unsicherheit. Für den Markt bleibt damit schwer einschätzbar, ob politische Kommunikation nur kurzfristige Reaktionen auslöst oder tatsächlich fundamentale Risiken verändert. Gleichzeitig nimmt das Aufwärtspotenzial wieder zu, da eine mögliche längere Hitzephase und schwache Windverhältnisse den Gasverbrauch in der Stromerzeugung erhöhen könnten.

Brennstoffe und CO₂

Der Gasmarkt eröffnet heute zunächst schwächer, stabilisiert sich aber rasch wieder. Der Leitkontrakt für das Lieferjahr 2027 notiert aktuell bei 38,10 EUR pro MWh und pendelt um das erreichte Niveau. Der Frontmonat liegt mit 50,85 EUR pro MWh weiterhin deutlich höher. Die Preisbewegung bleibt volatil, da Marktteilnehmer die Gespräche zwischen den USA und Iran sowie mögliche Auswirkungen auf globale LNG Ströme genau beobachten.

Die Versorgungslage bleibt angespannt, weil Europa über den Sommer weiterhin LNG benötigt, um die Speicher wieder aufzufüllen. Der Speicherstand von 36,6 Prozent zeigt, dass noch erheblicher Einspeicherbedarf besteht. Gleichzeitig dürfte sich der Wettbewerb mit Asien in den kommenden Wochen verschärfen. Damit bleibt LNG ein zentraler Risikofaktor für die Gaspreise.

CO₂ zeigt heute eine schwächere Tendenz. Der Preis fällt zunächst unter die Marke von 75 EUR pro Tonne, korrigiert anschließend leicht, bleibt aber darunter. Der aktuelle Preis liegt bei 75,03 EUR pro Tonne und damit genau auf Trendniveau. Auch hier dominiert eine abwartende Haltung, da neue Börsendaten morgen zusätzliche Orientierung geben dürften.

Spotmarkt und Allgemeines

Für morgen dämpft das Wetter zunächst die Einspeisung aus erneuerbaren Energien. Die Windproduktion nimmt in der Nacht zu und hält bis morgen Abend an, bevor sie mit dem Übergang zu schönerem Wetter deutlich zurückgeht. Gleichzeitig steigt die PV Einspeisung im Tagesverlauf an. Diese gegenläufige Entwicklung sorgt für eine differenzierte Preisbildung über den Tag.

In Deutschland liegt der Base Preis für morgen bei 108,90 EUR pro MWh. Der niedrigste Preis beträgt 18,01 EUR pro MWh, der höchste 183,67 EUR pro MWh. Daraus ergibt sich ein Spread von 165,66 EUR pro MWh zwischen niedrigstem und höchstem Wert.

In Österreich fällt die Auktion noch fester aus. Der Base Preis liegt bei 120,46 EUR pro MWh. Der niedrigste angegebene Preis beträgt 19,88 EUR pro MWh, der höchste 187,47 EUR pro MWh. Der Spread beträgt damit 167,59 EUR pro MWh. 

Die Minima bleiben in Deutschland und Österreich klar positiv. 

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 108,90 EUR pro MWh

Österreich: 120,46 EUR pro MWh

 

Stand 15:50 Uhr