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Der Handelstag
Der Handelstag - Newsmeldung crasht Preis

Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte!

von Andreas Forster
18.05.2026

Terminmarkt

Der Terminmarkt zeigte sich heute nach einer starken Eröffnung zunächst deutlich fester, konnte die frühen Gewinne im weiteren Handelsverlauf jedoch nicht halten. Der deutsche Stromterminmarkt startete bei 93,25 EUR/MWh und stieg im Tageshoch bis auf 94,58 EUR/MWh. Danach setzte eine spürbare Gegenbewegung ein, wodurch der Kontrakt bis auf 92,20 EUR/MWh zurückfiel und zuletzt bei 92,23 EUR/MWh notierte. Damit lag der Markt unter dem Vortagesschluss von 93,25 EUR/MWh.

Die Tagesbewegung zeigt, dass geopolitische Risikoprämien weiterhin eingepreist bleiben, der Markt kurzfristig aber anfällig für Gewinnmitnahmen ist. Im Fokus steht unverändert der Iran USA Konflikt. Solange keine belastbare Entspannung sichtbar ist, bleibt das Umfeld grundsätzlich unterstützt. Gleichzeitig gibt Erdgas weiter den Takt vor. Strom folgte heute der Bewegung am Gasmarkt, der nach sehr fester Eröffnung ebenfalls deutlich zurückkam. Immer mehr Marktteilnehmer sehen die Terminmärkte trotz der jüngsten Aufwärtsbewegung als unterbewertet, solange geopolitische Risiken und Unsicherheiten rund um Energieflüsse bestehen bleiben.

Erdgas und LNG 

Am Erdgasmarkt zeigte sich heute ein ähnliches Bild wie im Stromterminmarkt. Das Lieferjahr 2027 eröffnete fest bei 38,25 EUR/MWh und erreichte im Tageshoch 39,00 EUR/MWh. Im weiteren Handelsverlauf wurden die Gewinne jedoch vollständig abgebaut. Zuletzt notierte der Kontrakt bei 37,35 EUR/MWh und damit unter dem Vortagesschluss. Das Tagestief lag bei 37,10 EUR/MWh. Im Tagesverlauf belasteten Medienberichte den Gas- und Ölmarkt, wonach die USA eine vorübergehende Aussetzung von Sanktionen gegen iranisches Öl vorgeschlagen haben sollen. Trotz des Rücksetzers bleibt Erdgas fundamental und marktpsychologisch gut unterstützt. Allein mögliche Hitzewellen in den kommenden Wochen erhöhen das Aufwärtspotenzial. Zusätzlich reagiert der Markt weiterhin sensibel auf geopolitische Meldungen. 

CO2-Markt

Der CO₂ Markt startete verhalten und bewegte sich im Vormittagsverlauf zunächst nur moderat. Nach einem Eröffnungskurs von 75,79 EUR/t stieg der EUA Preis zeitweise bis auf 76,42 EUR/t, konnte dieses Plus aber nicht halten. Zuletzt notierte der Markt bei 75,83 EUR/t und damit nahezu auf dem Niveau der Eröffnung. Damit bleibt der CO₂ Markt kurzfristig stabil, liefert heute aber keinen zusätzlichen starken Impuls für den Stromterminmarkt.

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt steigen die Preise für den morgigen Liefertag deutlich an. Ursache ist eine schwächere Einspeisung aus Wind und Photovoltaik im Vergleich zu den vergangenen Tagen. Vor allem die geringere Erzeugung untertags erhöht die Residuallast und stützt die Preisbildung. Der Wind bleibt zwar bis Donnerstag noch böig, nimmt danach aber ab. Die Photovoltaik soll erst gegen Donnerstag und Freitag wieder deutlicher zulegen. Für morgen bleibt das Angebot aus erneuerbaren Energien damit begrenzt, während die konventionelle Erzeugung stärker preissetzend wirkt.

Negative Preise treten morgen nicht auf. In Deutschland liegt der niedrigste Viertelstundenpreis bei 69,07 EUR/MWh, der höchste bei 209,27 EUR/MWh. Daraus ergibt sich eine Spanne von 140,20 EUR/MWh zwischen niedrigster und höchster Viertelstunde. In Österreich liegt der niedrigste Wert bei 75,59 EUR/MWh und der höchste bei 223,88 EUR/MWh. Die Spanne beträgt damit 148,29 EUR/MWh. Die hohen Maximalwerte zeigen, dass die Knappheit vor allem in einzelnen Zeitfenstern deutlich sichtbar wird.

In Deutschland liegt der Base Preis für den 19.05.2026 bei 128,12 EUR/MWh, der Peak bei 106,52 EUR/MWh. Österreich handelt mit einem Base Preis von 136,70 EUR/MWh und einem Peak von 114,79 EUR/MWh erneut über dem deutschen Markt. Damit bleibt der österreichische Spotmarkt angespannter, was auf regionale Knappheiten und eine stärkere Preisreaktion in einzelnen Viertelstunden hinweist.

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

Deutschland: 128,12 EUR/MWh
Österreich: 136,70 EUR/MWh

Stand: 15:48 Uhr