CO₂-Markt fällt auf 76,10 EUR – Politischer Druck bleibt zentrales Thema
Der europäische CO₂-Markt setzte seine Abwärtsbewegung fort. Der EUA-Leitkontrakt Dezember 2026 fiel auf 76,10 EUR und erreichte damit den tiefsten Stand seit September 2025.
Das Handelsumfeld war in dieser Woche erneut von geringer Aktivität geprägt. Aufgrund der E-World in Essen waren viele Marktteilnehmer nicht voll im Markt engagiert. Die Folge: dünne Liquidität und eine erhöhte Anfälligkeit für stärkere Preisausschläge – ein Muster, das bereits mehrfach zu beobachten war.
Fundamental bleibt der politische Druck das dominierende Thema. Der Druck auf die Europäische Kommission nimmt zu, da Teile der Industrie Anpassungen am EU-Emissionshandelssystem fordern. Der Markt reagiert derzeit sehr empfindlich auf entsprechende Signale und Diskussionen, da mögliche Reformen direkten Einfluss auf Angebot und Preisstruktur hätten.
Der aktuelle CoT-Bericht (Commitment of Traders) liefert jedoch ein etwas differenzierteres Bild. Die spekulativen Positionen auf steigende Preise wurden nur leicht reduziert. Ein deutlicher Rückzug aus Long-Positionen blieb aus. Das könnte darauf hindeuten, dass es sich eher um eine Zwischenflaute als um einen strukturellen Stimmungsumschwung handelt.
Allerdings ist die Aussagekraft der aktuellen Woche begrenzt. Aufgrund der geringen Marktteilnahme gelten die Bewegungen als nur eingeschränkt belastbar. Erst in der kommenden Woche, bei normalisierter Liquidität, dürfte sich zeigen, ob der Verkaufsdruck anhält oder eine Stabilisierung einsetzt.