CO2 Handel - der wilde Westen der Energiewirtschaft
Der europäische CO₂-Markt bleibt angespannt. Die Preise stehen weiter unter Druck, zeigen aber gleichzeitig immer wieder kurze Erholungen. Immer wenn EUAs stärker fallen, treten Käufer auf den Plan. Steigen die Preise dagegen etwas an, nutzen viele Marktteilnehmer diese Bewegung für Gewinnmitnahmen. Dadurch fehlt dem Markt aktuell eine klare Richtung.
Der Rückgang unter die Marke von 80 EUR im Dezember-2026-Kontrakt war bisher nicht von Dauer. Größere Preisrückgänge wurden jeweils schnell wieder aufgeholt. Das zeigt, dass es auf tieferen Niveaus Kaufinteresse gibt. Gleichzeitig reicht diese Nachfrage nicht aus, um einen stabilen Aufwärtstrend zu starten.
Ein wichtiger Faktor bleibt das Verhalten der Finanzinvestoren. Die neuesten Daten zeigen zwar, dass Fonds ihre Long-Positionen (Wette auf steigende Preise) weiter reduzieren, der Abbau fällt jedoch eher langsam aus. Trotz des deutlichen Preisrückgangs seit dem Jahreshoch ist noch ein großer Teil der Positionen im Markt. Das erhöht die Schwankungsanfälligkeit, vor allem wenn sich die Stimmung erneut verschlechtert.
Auch die Primär-Auktionen geben derzeit kein starkes positives Signal. Die Auktionsergebnisse liegen meist leicht unter den Preisen am Sekundärmarkt, und die Nachfrage geht etwas zurück. Das deutet darauf hin, dass viele Compliance-Käufer aktuell abwarten.
Insgesamt bleibt der CO₂-Markt kurzfristig anfällig. Solange sich die Stimmung im Energie- und Finanzmarkt nicht klar verbessert, ist eher mit einer volatilen Seitwärtsbewegung zu rechnen.