CO2 Handel - der wilde Westen der Energiewirtschaft
Nach dem Anstieg über 90 EUR/t zu Jahresbeginn sind die CO₂-Preise zuletzt deutlich unter Druck geraten. Auslöser waren vor allem höhere geopolitische Risiken und eine allgemein vorsichtigere Stimmung an den Finanzmärkten. Der Dezember-2026-Kontrakt erreichte zwar kurzzeitig ein Hoch bei 93,80 EUR/t, konnte dieses Niveau aber nicht halten und fiel innerhalb weniger Tage bis auf 83,52 EUR/t zurück.
Der starke Rückgang wurde durch den Abbau vieler spekulativer Long-Positionen verstärkt. Investmentfonds waren sehr stark auf steigende Preise positioniert, wodurch der Verkaufsdruck bei einer Stimmungswende besonders groß ausfiel. Trotz der Korrektur halten Fonds laut CoT-Daten weiterhin hohe Netto-Long-Positionen, was den Markt kurzfristig anfällig für weitere Schwankungen macht.
Andere Energiemärkte wie Gas und Strom zeigten sich deutlich stabiler. Das deutet darauf hin, dass der Preisrückgang bei EUAs weniger mit schwächeren Fundamentaldaten zusammenhängt, sondern vor allem durch Finanzmarkt- und Positionierungseffekte verursacht wurde.
Insgesamt bleibt der Markt kurzfristig volatil, findet auf tieferen Niveaus jedoch Unterstützung durch eine solide Nachfrage.