CO2 Handel - der wilde Westen der Energiewirtschaft
Die globalen Finanzmärkte zeigen sich zunehmend volatil, was sich etwa im österreichischen Leitindex ATX widerspiegelt, der trotz schwacher Konjunkturdaten gestern ein neues Jahreshoch markierte. Im Gegensatz dazu bleiben die CO₂-Preise vergleichsweise stabil.
Am Terminmarkt bewegt sich das maßgebliche EUA-Dezember-2025-Kontrakt weiterhin in einer engen Spanne um 82 EUR/t. Weder nach oben noch nach unten kommt es zu klaren Ausbrüchen. Auffällig ist jedoch, dass Rücksetzer immer flacher ausfallen – ein Hinweis darauf, dass der Markt allmählich Stärke aufbaut und sich für einen möglichen Ausbruch nach oben vorbereitet.
Wettereinflüsse wirken derzeit eher preisstützend, haben aber insgesamt nur geringen Einfluss auf die Marktstimmung. Stattdessen rücken geopolitische Faktoren stärker in den Fokus: Die Aussicht auf potenzielle Friedensgespräche im Ukraine-Konflikt sorgt für eine freundliche Grundstimmung an den Energie- und CO₂-Märkten.
Auch die Primärauktionen der vergangenen Woche unterstreichen den "bullischen" Unterton: Alle Auktionen wurden über dem Niveau des Sekundärmarktes geräumt – ein Zeichen solider Nachfrage.
Die Wetten der spekulativen Investoren bleiben ebenfalls klar auf der "Long"-Seite ausgerichtet. Die bestehende Positionierung signalisiert Vertrauen in weiter steigende Preise und untermauert die derzeit stabile Marktstruktur.