CO2 Handel - der wilde Westen der Energiewirtschaft
Obwohl zuletzt viele globale Risikoanlagen unter Druck standen, bleiben die EUAs stabil und bewegen sich weiter in einem klaren Aufwärtstrend. Besonders auffällig ist, dass Investmentfonds weiterhin kräftig Geld in den Markt schieben: Sie bauen ihre Long-Positionen stetig aus und lassen sich von den jüngsten Entwicklungen kaum beeindrucken.
Für Gesprächsstoff sorgte vor allem neue Analysen. Darin wird im schlechtesten Fall ein EUA-Preis von 61 EUR/t im Jahr 2026 erwartet – deutlich weniger als die vorherige Prognose von 87 EUR/t. Diese große Korrektur könnte auch daran liegen, dass die Fonds inzwischen extrem hohe Netto-Longpositionen aufgebaut haben. Allein letzte Woche kamen über 4 Mio. EUA hinzu, und insgesamt halten die Fonds mittlerweile mehr als 100 Mio. EUA netto long.
Interessant ist, dass der Markt auf die Expertenanalysen kaum reagiert hat. Die Preise blieben stabil, und die Stimmung blieb eher positiv. Unterstützend wirkten auch die jüngsten Auktionen, die wieder über dem Sekundärmarktpreis abgeschlossen wurden. Kleinere Kursrückgänge werden weiterhin schnell aufgekauft, sodass der seit Monaten bestehende Aufwärtskanal intakt bleibt.
Ein weiterer möglicher Unterstützungspunkt ist das Risiko knapper Gasversorgung im Winter – vor allem bei längeren Kälteperioden. Allerdings spiegeln die Gaspreise dieses Risiko bislang kaum wider: Sowohl kurzfristige als auch 2026er-Futures liegen weiterhin um die 30 EUR/MWh.