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Der Handelstag
Strom nähert sich der 150-Euro-Marke
  • Tägliche Marktanalyse - am Puls der Energiemärkte! 
von Andreas Forster
22.10.2026

Terminmarkt

Der deutsche Stromfuture Cal 27 setzt seinen kurzfristigen Aufwärtstrend fort und erreicht mit 150,15 EUR/MWh ein Niveau, das zuletzt im August 2022 beobachtet wurde. Auslöser der Bewegung ist vor allem der kräftige Anstieg am Gasmarkt. Nach einem Handelsbeginn bei 146,15 EUR/MWh konnte der Kontrakt deutlich zulegen und nähert sich der psychologisch wichtigen Marke von 150 EUR/MWh. Entscheidend bleibt, ob sich die Kurse nachhaltig oberhalb von 149 EUR/MWh etablieren. 

Erdgas und LNG

Am Gasmarkt kommt es erneut zu einem kräftigen Preisanstieg. Der TTF-Kontrakt für das Lieferjahr 2027 steigt auf 74,70 EUR/MWh, während das Novemberprodukt sogar wieder über 90 EUR/MWh gehandelt wird. Die Entwicklung wird durch die erneute Eskalation der Spannungen im Nahen Osten und Spekulationen über mögliche militärische Handlungen der USA, Israels und des Iran verstärkt. Zusätzlich sorgen leicht unterdurchschnittliche Temperaturen für Nervosität. Auch die wieder anziehende asiatische Nachfrage erhöht den Wettbewerb um verfügbare LNG Mengen, sodass Europa höhere Preise bieten muss. Vor dem Hintergrund der europäischen Versorgungslage und der Speicherstände besitzt die Aufwärtsbewegung eine fundamentale Grundlage. 

CO₂

Der EUA Dezember 2026 startet mit leichten Verlusten in den Handelstag. Der Kontrakt bewegt sich zwischen 84,88 und 85,99 EUR/t und liegt zuletzt bei rund 85,52 EUR/t. Die Aussicht auf eine höhere Windeinspeisung dämpft den erwarteten Bedarf an konventioneller Stromerzeugung und belastet damit die kurzfristige Nachfrage nach Emissionszertifikaten. Übergeordnet bewegt sich der CO₂ Markt weiterhin innerhalb seines bisherigen Trendkanals. 

Spotmarkt und Allgemeines

Am Spotmarkt stehen für Freitag, den 23. Oktober 2026, deutlich unterschiedliche Preisniveaus in Deutschland und Österreich gegenüber. Der deutsche Day-Ahead-Baseload liegt bei 137,59 EUR/MWh, während Österreich 218,69 EUR/MWh erreicht. In Deutschland ist die Windproduktion bereits heute gut, lässt in der Nacht zunächst nach und nimmt morgen mit dem Aufbau einer neuen Windfront wieder zu. Insbesondere ab Mittag dürfte die stärkere Einspeisung die deutschen Strompreise drücken. In Österreich bleibt die Versorgungslage angespannter. Fehlende Windproduktion und eine geringere Verfügbarkeit von Wasserkraft begrenzen das Angebot und halten die Preise hoch.

In Deutschland reicht die angegebene Preisspanne von 53,09 bis 226,23 EUR/MWh. In Österreich liegt sie zwischen 121,47 und 297,97 EUR/MWh. Daraus ergibt sich eine Preisdifferenz von 173,14 EUR/MWh in Deutschland und 176,50 EUR/MWh in Österreich. Die breite Preisspanne in Deutschland spiegelt jedoch die erwarteten Veränderungen der Windproduktion im Tagesverlauf wider. 

Die Auktion für morgen ergab folgende Ergebnisse:

• Deutschland: 137,59 EUR/MWh

• Österreich: 218,69 EUR/MWh