Erdgas und LNG Analyse
Mildes Wetter und mehr Wind entlasten kurzfristig, während niedrige Speicherstände und begrenzte LNG-Verfügbarkeit das Abwärtspotenzial begrenzen.
Aktuelle Marktsituation
Die Gaspreise standen zum Wochenauftakt unter Druck. Der Jahrespreis fiel auf 130,12 EUR/MWh und damit um 0,62 % gegenüber dem vorherigen Schlusskurs. Deutlicher gab der Monatspreis nach und sank um 2,78 % auf 168,10 EUR/MWh. Unterstützt wird die Entspannung durch milde Temperaturen und deutlich höhere Windeinspeisung ab Donnerstag. Dies reduziert kurzfristig den Gasbedarf und verbessert die Voraussetzungen für weitere Speichereinspeicherungen.
Die Speicherlage bleibt jedoch angespannt. Die deutschen Gasspeicher sind zu 58,7 % gefüllt, EU-weit liegt der Füllstand bei 72 %. Damit befinden sich die europäischen Vorräte auf dem niedrigsten saisonalen Niveau seit Beginn der Datenerfassung 2011. Entsprechend bleibt der zusätzliche Beschaffungsbedarf vor dem Winter hoch.
Gleichzeitig entwickeln sich die LNG-Zuflüsse schwächer. Europa erhielt in der vergangenen Woche 2,5 Mrd. Kubikmeter LNG, 3 % weniger als in der Vorwoche. Für diese Woche wird vorläufig ein weiterer Rückgang um 10 % auf 2,3 Mrd. Kubikmeter erwartet - mehr dazu am Freitag. Zusätzlich bleiben LNG-Exporte aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten durch die Straße von Hormus stark eingeschränkt. Die Wirtschaftlichkeit von US-LNG-Ladungen spricht derzeit weiterhin klar für Europa und unterstützt damit die europäische Versorgung.
Kurzer Ausblick
Kurzfristig sprechen die milde Witterung, die höhere Windstromproduktion und die aktuell gute Versorgungslage für eine Entlastung des Gasmarktes. Größeres Abwärtspotenzial erscheint jedoch begrenzt. Die niedrigen Speicherstände und die weiterhin knappe LNG-Verfügbarkeit erhöhen den Beschaffungsbedarf Europas vor der Heizsaison und dürften den Markt auf erhöhtem Preisniveau stützen.