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Erdgas + LNG
Europa erhöht den Druck am globalen LNG-Markt

Erdgas und LNG Analyse

25.09.2026

Europas Speicherbedarf trifft auf anhaltende Angebotsrisiken im Nahen Osten. Gleichzeitig verschafft die schwache chinesische LNG-Nachfrage dem europäischen Markt derzeit etwas Entlastung.

Aktuelle LNG-Marktsituation

Der europäische LNG-Markt bleibt angespannt. Europa beginnt verstärkt, asiatische Käufer bei LNG-Ladungen zu überbieten, um die Speicherbestände vor dem Winter wieder aufzubauen. Gleichzeitig sorgen die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf LNG-Exporte aus dem Persischen Golf und insbesondere die Unsicherheit über Lieferungen aus Katar für eine erhöhte Risikoprämie.

Die Terminmärkte spiegeln diese Situation wider. Der europäische Gaspreis lag am 24. September bei 57,95 EUR/MWh und damit 2,78 % über dem vorherigen Schlusskurs von 57,04 EUR/MWh. Im Tagesverlauf wurden bis zu 58,98 EUR/MWh erreicht. Die aktuelle Forward-Struktur signalisiert, dass der Markt mit erhöhten Preisen und Versorgungsrisiken bis in den kommenden Sommer rechnet.

Für zusätzliche Unsicherheit sorgt das geplante europäische Importverbot für russisches LNG ab Januar. Damit könnte eine weitere etablierte Bezugsquelle Europas wegfallen beziehungsweise auf andere Märkte umgeleitet werden.

Einflussfaktoren

Entlastung kommt derzeit vor allem aus Asien. Die chinesischen LNG-Importe sind deutlich zurückgegangen und könnten 2026 bereits das zweite Jahr in Folge sinken. Dadurch bleibt mehr LNG für andere Käufer verfügbar. Der JKM-Frontmonat liegt dennoch bei rund 25,99 bis 27,51 USD/MMBtu und zeigt, dass auch der asiatische LNG-Markt auf erhöhtem Preisniveau handelt.

Europa profitiert damit aktuell von der schwächeren asiatischen Nachfrage, muss aber zunehmend höhere Preise akzeptieren, um LNG-Ladungen für die Speicherbefüllung nach Europa zu ziehen.

Kurzer Ausblick

Kurzfristig bleibt der europäische LNG-Markt stark von geopolitischen Nachrichten abhängig. Die Risikoprämien dürften den Gasmarkt gut unterstützen, während weitere Preisspitzen bei neuen Störungen der LNG-Lieferungen möglich bleiben. Entscheidend ist derzeit die geringe chinesische Nachfrage: Solange Asien vergleichsweise wenig LNG kauft, verbessert sich Europas Position im Wettbewerb um verfügbare Ladungen. Eine stärkere asiatische Nachfrage würde den Wettbewerb um LNG jedoch rasch verschärfen.

Europas Speicherbedarf trifft auf anhaltende Angebotsrisiken im Nahen Osten. Gleichzeitig verschafft die schwache chinesische LNG-Nachfrage dem europäischen Markt derzeit etwas Entlastung.

Erdgas TTF Cal 27
Erdgas-Speicher-Volumen EU