Der wilde Westen der Energiewirtschaft
Aktuelle Marktsituation
Der europäische CO₂-Markt hat nach dem starken Anstieg zu Wochenbeginn wieder etwas nachgegeben. Der EUA-Dezember-2026-Kontrakt schloss am 16. September bei 84,83 EUR/t und damit 0,79 EUR/t beziehungsweise 0,93 % unter dem Vortag. Die Handelsspanne lag zwischen 84,44 und 85,59 EUR/t. Zu Wochenbeginn hatte der Kontrakt mit 88,53 EUR/t noch den höchsten Stand seit fast acht Monaten erreicht. Auslöser waren vor allem steigende Energiepreise und Sorgen um die Gasversorgung infolge der angespannten Lage im Nahen Osten. Die jüngsten Rückgänge werden dagegen vor allem mit Gewinnmitnahmen nach der vorherigen Rally erklärt.
Daten, Trends, Einordnung
Die Positionierung der Investmentfonds blieb unter dem Strich nahezu unverändert. Die Netto-Longposition lag zuletzt bei 34,1 Mio. t und damit nur leicht über der Vorwoche. Gleichzeitig nahm die gesamte Marktpositionierung deutlich zu: Die Longpositionen stiegen um 3 Mio. t auf 61,2 Mio. t, während auch die Shortpositionen um 2,9 Mio. t auf 27,1 Mio. t zunahmen. Damit setzen Marktteilnehmer derzeit verstärkt auf beide Richtungen.
Mit 84,83 EUR/t liegt der EUA-Preis weiterhin über dem Ein-Monats-Durchschnitt von 83,92 EUR/t. Zusätzlich sorgt die Nachfrage von Industrieunternehmen vor der Compliance-Frist Ende September aktuell noch für Unterstützung.
Kurzer Ausblick
Kurzfristig dürfte der Markt schwankungsanfällig bleiben. Energiepreise und geopolitische Nachrichten bleiben wichtige Taktgeber. Nach Ende der Compliance-Frist könnte die industrielle Nachfrage jedoch nachlassen und damit einen wichtigen stützenden Faktor verlieren.